Portrait im Dragan-Effekt bearbeiten – kostenloses Tutorial!

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In einem Forum für Fotografie habe ich jemandem angeboten, ein Tutorial zu schreiben, dass die Bearbeitung von Portrait-Bildern im Dragan-Look zu erstellen erklärt. Dragan wer? Nun, Dragan Andrzej ist ein polnischer Fotograf der durch zahlreiche Nominierungen und Preise und natürlich seines unverkennbaren Bildstils berühmt geworden ist. In diesem Tutorial möchte ich versuchen, dem unverwechselbaren Stil des Fine Art Künstlers nach zu ahmen.

Für die Bearbeitung solcher Bilder eignen sich besonders gut Portraits älterer Menschen. Menschen, die ein markantes Gesicht, tiefe Falten und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Für dieses Tutorial werde ich Adobe Photoshop CS 5 verwenden. Sollte es zu Problemen bei verschiedenen Versionen von Adobe Photoshop kommen, meldest Du Dich am Besten einfach.

Wir werden zusammen viel mit Einstellungsebenen, Tonwertkorrekturen und Tiefen bzw. Lichter arbeiten. Wer kein passendes Bild zur Nachahmung dieses Tutorials hat, kann sich dieses kostenlose Bild herunterladen. Nun gut, ich will nicht lange um den heißen Brei reden und mit diesem Tutorial beginnen.

1. Öffnen, korrigieren und die Tiefen der Lichter:

Als ersten Schritt werden wir schauen, ob das Bild in irgendeiner Art und Weise korrigiert wird. Natürlich machen wir dies in Adobe Photoshop. Bei dem von mir verwendeten Bild möchte ich lediglich den älteren Herren etwas zurecht rücken. Ich mache dies hier mittels der Objektivkorrektur. (Filter -> Objektivkorrekotur) Dort findest Du den Reiter “Benutzerdefiniert”. Unter “Transformieren” kannst Du nun den Winkel zurecht schieben, so dass das Bild gerade ist. Da das von mir verwendete Bild eigentlich schon recht mittig ist, brauchen wir hier nichts weiter zurecht rücken.

Widmen wir uns nun den “Tiefen & Lichtern”. Diese sind unter “Bild ->Korrekturen -> Tiefen/Lichter” zu finden. Es öffnet sich nun ein neues Fenster, dass verschiedene Einstellungen zulässt. Hier wenden wir nun folgende Einstellungen an (klicke auf das Bild um die maximale Größe zu sehen). Die Stärke setzen wir in den Tiefen auf 30 Prozent. Die Tonbreite hier setzen wir auf 40 Prozent. Der Radius bleibt unverändert auf 30 Pixel.

Die Lichter werden wie folgt verändert. Die Stärke hier wird auf 10 Prozent geändert. Bei der Tonbreite wählen wir wie oben, den Wert von 40 Prozent. Mittels dieser Werte wird das Bild in den Tiefen etwas aufgehellt gibt uns somit einen ausgewogeneren Eindruck.

Sollte das Tiefen/Lichter Fenster so nicht dargestellt werden, reicht ein Mausklick im unteren Bereich auf “‘Weitere Optionen einblenden”. Dadurch werden die erweiterten Einstellungen in Adobe Photoshop angezeigt.

2. Einstellungebenen, Tonwerte und Verblendungen:

Der zweite Schritt ist nun etwas aufwendiger. Erstellen wir nun eine neue Ebene. Hier jedoch wählen wir eine “Einstellungsebene” () Als “Einstellungsebene” wählen wir hier die “Tonwertkorrektur”.  Im Bild links findest Du meine Werte. Diese können natürlich etwas abweichen, je nach Wunsch dieser Einstellung. In meinem Beispiel habe ich die Werte 35, 1 und 215 übernommen.

Mit diesen Werten geben wir dem Bild etwas mehr Sättigung und Kontrast. Dadurch wirkt das Bild etwas intensiver. Als nächsten Schritt werden wir nun dem Bild einen monochromen Look hinzufügen. Dazu erstellen wir eine neue Ebene ( Ebene – Neu – Ebene ). Diese nennen wir einmal “Zusammengefasst”.

Wir machen uns jetzt erstmal eine Sicherheitskopie unserer Einstellungen. Dazu drücken wir erst mal auf “STRG und A” und wählen das gesamte Bild aus. Nun gehen wir auf “Bearbeiten” und wählen “Auf eine Ebene reduziert kopieren” aus. Als nächster Schritt gehen wir wieder auf “Bearbeiten” und wählen “Einfügen” aus. (Dies funktioniert übrigens auch per Strg+Umschalt+Alt+E)

Nun wählen wir das Tool “Sättigung”  (Bild -> Korrekturen -> Sättigung verringern) aus. Das Bild wirkt nun etwas stumpf und abgeschwächt. Daher werden wir im nächsten Schritt die Tonwerte noch einmal korrigieren. Nutzen wir also wieder dazu die “Einstellungsebene” () “Tonwertkorrektur”. mit den Werten 25, 1 und 235 aus. Hiermit werden die verschiedenen Tonwerte noch einmal etwas verstärkt.  Als nächstes werden wir wieder eine Sicherheitskopie dieser Ebene erstellen. Dazu drücken wir erst mal auf “STRG und A” und wählen das gesamte Bild aus (Dies funktioniert übrigens auch per Strg+Umschalt+Alt+E).Nun gehen wir auf “Bearbeiten” und wählen “Auf eine Ebene reduziert kopieren” aus. Als nächster Schritt gehen wir wieder auf “Bearbeiten” und wählen “Einfügen” aus. Diese Ebene nennen wir nun “Zusammengefasst 2″.

Wählen wir nun alle Ebenen ab. Lediglich Ebene “0″ und “Zusammengefasst 2″ bleiben sichtbar. Klicke dazu einfach auf das Auge, dass sich vor der jeweiligen Ebene befindet. Wählen wir hier also nun die Ebene “Zusammengefasst 2″ aus und drücke “STRG und I”. Dadurch werden die Farben dieser Ebene umgekehrt.

Ist dies erledigt, wählen wir nun den Gaußscher Weichzeichnungsfilter ( Filter – Weichzeichnungsfilter – Gaußscher Weichzeichnungsfilter) mit folgenden Werten aus.  Hier können wir etwas spielen. In meinem Beispiel habe ich 8 Pixel genommen. Hier kann man aber auch je nach Bild bis zu 15 Pixel Radius nehmen. Wie immer hängt dies natürlich vom zu bearbeitenden Bild ab.

Danach müssen wir das Bild verblenden. Dazu müssen wir die Füllmethode dieser Ebene ändern. In diesem Beispiel habe ich nun die Füllmethode auf “Ineinanderkopieren” gesetzt. Die Deckkraft dieser Ebene muss nun etwas runter geschraubt werden. Je geringer die Deckkraft umso geringer auch der Effekt. Ich habe hier die Deckkraft mal auf 70 Prozent gesetzt. Wie gesagt, diese Werte können je nach Bild variieren. Danach aktivieren wir wieder alle Ebenen, die wir eben deaktiviert haben und wählen wieder “Zusammengefasst 2″ aus.

Der Dragan-Effekt ist eine Anhäufung von starken Kontrasten. Aus diesem Grund werden wir nun eine neue Ebene erstellen. Diese Ebene setzen wir vom Modus her direkt auf “Ineinanderkopieren” und wählen “Mit neutraler Farbe für den Modus Ineinannderkpieren füllen (50 % Grau) aus. Ich habe dieser Ebene den Namen “Tiefen & Lichter” gegeben.  Dass jetzt noch keine Änderungen zu sehen sind ist völlig richtig. Wir werden jetzt nämlich nachbelichten bzw. abwedeln. Dazu musst Du nun einen großen und zugleich weichen Pinsel auswählen. Die Deckkraft des Pinsels beträgt hierbei etwa 10 Prozent. Jetzt können wir uns den markanten Stellen im Gesicht widmen. Dazu male ich zum Beispiel faltige Stellen im Gesicht, Augenringe und Grübchen im Gesicht mit dem schwarzen Pinsel aus. Mit weißer Farbe kannst Du die verschiedenen hellen Bereiche im Bild aufhellen und so ein schönes Schattenspiel simulieren. Besonders interessant sind die Augen in diesem Bild. Versuch’ ein wenig mit den Augen zu spielen und diese etwas hervorzuheben.

Ist das erledigt, fassen wir wieder alle Ebenen auf eine “Sicherheitskopie” zusammen. Dazu drücken wir erst mal auf “STRG und A” und wählen das gesamte Bild aus. Nun gehen wir auf “Bearbeiten” und wählen “Auf eine Ebene reduziert kopieren” aus. Als nächster Schritt gehen wir wieder auf “Bearbeiten” und wählen “Einfügen” aus. Nennen wir diese Ebene nun “Färben 1″. Diese erstellte Ebene werden wir direkt wieder kopieren und Färben 2 nennen. Dies geht ganz einfach mit dem Tastenkürzel “STRG und J”. Wählen wir nun also die erste Ebene namens “Färben 1″ aus.

Diese Ebene werden wir nun unter “Bild – Korrekturen – Farbton/Sättigung” bearbeiten. Hier wählen wir nämlich bei Sättigung den Wert -30 aus. Als nächstes wählen wir die Ebene Färben 2 aus wir wiederholen den Schritt wieder ”Bild – Korrekturen – Farbton/Sättigung” aus. Hier aktivieren wir allerdings das Feld “Färben” im unteren Bereich dieses Fensters. Den Farbton setzen wir vom Wert her auf “30″ und bei Sättigung den Wert auf “15″.  Die Füllmethode dieser Ebene setzen wir auf “Ineinanderkopieren”. Die Deckkraft und Fläche dieser Ebene setzen wir in Etwa auf 60 Prozent. Hier kannst Du aber ruhig mit den Werten nach Deinem Ermessen spielen.

Die Ebene “Tiefen & Lichter” verschieben wir nun nach oben im Ebenen-Stapel um so einen etwas dramatischeren Look zu erzielen. Hier musst Du wahrscheinlich die Deckkraft etwas absenken. Als vorerst letzten Schritt werden wir nun einen Hintergrund in  das Bild einfügen. Dazu erstellen wir nun eine neue Ebene. Drücken wir hier nun also Shift und F5 um die Fläche zu füllen. Verwendet wird dazu die Farbe “schwarz” was auch schon vorausgewählt ist. Auf dieser erstellten Ebene, werden wir nun eine “Ebenenmaske” ()anwenden. Male hier nun mit Schwarz und Weiss (bei einer Deckkraft von ca. 60 Prozent) auf der Maske bis das Gesicht gut erkenntlich ist.

So, das war’s erstmal. Ich hoffe, dass ich dieses Tutorial mehr oder weniger gut verständlich erklärt habe. Falls das nicht der Fall sein sollte, sagt mir einfach Bescheid, damit ich es entsprechend anpassen kann. ;)

Das Ausgangsbild & Ergebnis:

Nachtrag zum Tutorial:

Öffnet man das Original und das bearbeitete Bild kann man mehr Details rausarbeiten, wenn man das bearbeitete Bild über das Original legt und im Modus der Füllmethoden auf “Ineinanderkopieren” stellt. Hier nun die Deckkraft des Originals etwas runter schrauben. Eventuell noch mit dem oben erwähnten Schritt wiederholen:

Diese Ebene setzen wir vom Modus her direkt auf “Ineinanderkopieren” und wählen “Mit neutraler Farbe für den Modus Ineinannderkpieren füllen (50 % Grau) aus. Ich habe dieser Ebene den Namen “Tiefen & Lichter” gegeben.  Dass jetzt noch keine Änderungen zu sehen sind ist völlig richtig. Wir werden jetzt nämlich nachbelichten bzw. abwedeln. Dazu musst Du nun einen großen und zugleich weichen Pinsel auswählen. Die Deckkraft des Pinsels beträgt hierbei etwa 10 Prozent. Jetzt können wir uns den markanten Stellen im Gesicht widmen. Dazu male ich zum Beispiel faltige Stellen im Gesicht, Augenringe und Grübchen im Gesicht mit dem schwarzen Pinsel aus. Mit weißer Farbe kannst Du die verschiedenen hellen Bereiche im Bild aufhellen und so ein schönes Schattenspiel simulieren. Besonders interessant sind die Augen in diesem Bild. Versuch’ ein wenig mit den Augen zu spielen und diese etwas hervorzuheben.

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